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Friedensmesse will Zuhörer begeistern

„Missa pro Pace“ von Dr. Tomasz Glanc erklingt in Wirges

Eine ungewöhnliche musikalische Paarung wartet am 8. Januar 2012 auf die Besucher der Evangelischen Kirche Wirges: An diesem Abend wird der dortige Organist Dr. Tomasz Glanc zusammen mit einer Band,  Solisten und dem 20-köpfigen Projektchor eine fünfteilige Messe aufführen. „Missa pro pace“ - eine Messe für den Frieden nennt sich das Werk des preisgekrönten Musikers Glanc, das vor satten Jazz-Harmonien und Swing-Rhythmen nur so funkelt. Die Fusion aus „klassischer“ Messe und moderner Tonsprache ist ein Erlebnis für die Zuhörer – und eine echte Herausforderung für die 20 Sänger des Projektchores.


Denn auch für sie ist die Friedensmesse außergewöhnlich. Während der Probe in der Wirgeser Lutherkirche arbeiten sie konzentriert am recht flotten „Gloria“, das sie wieder und wieder singen. Währenddessen feuert sie Glanc an – leidenschaftlich, streng, begeistert. „Bei ihm kommt's aus dem Bauch“, meint Sängerin Renate Ströder über ihren Dirigenten, der einzelne Passagen des Werks während einer Probe schon mal komplett verändert. „Er macht das eben so, wie er sich fühlt. Das macht's natürlich schwierig, aber auch unheimlich schön“, sagt die Sängerin.

Disziplin und Freiheit

Diese Mischung aus klassisch geprägter Disziplin und jazzmusikalischer Freiheit ist es, die den Reiz der Messe ausmacht. Und die auch beim Publikum ankommt. „Wir haben das Werk 2008 uraufgeführt. Die Leute waren einfach begeistert“, erinnert sich Renate Ströder. Und auch in den Folgejahren hinterließen die Aufführungen in vielen deutschen und polnischen Gotteshäusern – unter anderem im Kölner Dom – faszinierte Zuhörer.

Ein Apell für den Frieden

Für den Schöpfer der „Missa pro pace“ ist die Messe freilich weniger ungewöhnlich als für das Publikum. „Eine Messe hat zunächst eine liturgische Funktion“, sagt Tomasz Glanc. „In welcher Besetzung oder wie sie musikalisch interpretiert wird, bleibt dem Künstler überlassen. Die Kunst kann schließlich alles. Zudem ist die außergewöhnliche Instrumentierung gar nicht das Wichtigste: Das Entscheidende ist, dass es eine Messe mit einer Botschaft ist: einem Apell für den Frieden.“

Form der klassischen Messe

Am 8. Januar wird diese Botschaft ab 17 Uhr in der Evangelischen Kirche Wirges hinausgetragen – mit fünf Solostimmen, dem Projektchor und einer Jazz-Combo, bestehend aus Saxophon, Flöte, Gitarre, Bass, Piano und Schlagzeug. Das Werk, dessen fünfteiliger Aufbau sich an der klassischen lateinischen Messe orientiert, dauert rund eine Stunde und wird um drei weitere Teile ergänzt, in denen die Psalme 62 und 120 vertont werden. Der Eintritt ist kostenlos.
Eine weitere Aufführung der „Missa pro pace“ folgt am 29. Januar in der Koblenzer Christuskirche um 17 Uhr.  (bon)