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Neue Jugendleiterin wünscht sich authentische Christen

Lisa Hägerbäumer betreut die jungen Leute der Kirchengemeinde Montabaur

Dafür, dass Lisa Hägerbäumer innerhalb weniger  Wochen geheiratet, einen Umzug gestemmt und einen neuen Job begonnen hat, wirkt sie erstaunlich entspannt. Die 23-Jährige sitzt im gemütlichen Sessel ihrer Montabaurer Wohnung und erzählt über ihren Job als neue Jugendleiterin der Evangelischen Kirchengemeinde Montabaur. Ganz gelassen. Obwohl sie nicht allzu viel Zeit hat, um sich einzuarbeiten. Denn sie bleibt voraussichtlich nur bis 2012 im Westerwald.

 

Befristete Stelle

Vier Monate war die Jugendleiterstelle in Montabaur vakant, nachdem sich Kristin und Oliver Rittrich in Richtung Gera verabschiedet hatten. Die jetzige Stelle, die der Montabaurer Verein „Scheinwerfer“ finanziert, ist auf ein Jahr befristet.
Ein Zeitraum, der Lisa Hägerbäumer entgegenkommt: Für sie sind die zwölf Monate in Montabaur das Anerkennungsjahr ihres Studiums am Wuppertaler Johanneum. Das Johanneum ist eine Bibelschule innerhalb der Evangelischen Kirche, an die es Lisa Hägerbäumer 2008 eher per Zufall verschlägt. Zwar engagiert sich die gebürtige Österreicherin mit einem Schweizer Pass schon als Teenager in christlichen Vereinen und Verbänden, aber ihre Pläne sehen eigentlich ganz anders aus: „Früher wollte ich irgendwas mit Mathe oder Physik machen, vielleicht auch Architektin oder Innenraumgestalterin werden“, erzählt sie in ihrer geschmackssicher eingerichteten Wohnung.

 

Der Wendepunkt

Doch vor einigen Jahren ermutigt sie der Jugendreferent Thorsten Riewesell, bei „team_ec“ mitzuwirken; einer Gruppe, die jungen Menschen christliche Werte vermittelt. Ein Wendepunkt in Lisa Hägerbäumers Leben: Sie nimmt an Schulungen teil und arbeitet mit Jugendlichen zusammen. Allmählich spürt sie, dass ihr die Arbeit mit den jungen Leuten liegt und entscheidet sich 2007, ihr Mathematik- und Physik-Studium aufzugeben, um ans Johanneum zu gehen.
Und nun also Montabaur. Eine Gemeinde mit einer lebendigen Jugendarbeit, auf der   die kreative Schweizerin aufbauen möchte. „Es gibt Hauskreise, Treffs und Gottesdienste für junge Leute und eine Jugendfreizeit im Sommer. Das ist eine sehr gute Basis. Aber das Wichtigste wird es für mich sein, Kontakte zu den Teenagern zu knüpfen und sie zu begleiten. Schließlich müssen sie  nach einem Jahr auf eigenen Beinen stehen.“

 

Nach Antworten suchen

„Begleiten“ hat für die 23-Jährige mehrere Bedeutungen: Sie möchte die Mitarbeiter nicht nur in Schulungen trainieren, sondern ihnen zeigen, wie wichtig ein authentischer Glaube ist: „Es ist entscheidend, dass man lebt, was man predigt. Dass Antworten auf Glaubensfragen nicht bloß weitergegeben werden, sondern dass sich jeder selbst auf die Suche nach ihnen macht. Und dass die Jugendlichen sich von Gott so angenommen wissen, wie sie sind.“
 

 

Zukunft in Velbert

Ein Jahr geht schnell vorüber. Lisa Hägerbäumer weiß das. Aber sie glaubt, dass es eine gute Zeit wird. „Ich habe mich mit den Jugendlichen unterhalten, und die Herzlichkeit, die ich währenddessen erlebt habe, war schon sehr eindrücklich für mich.“ Und sie hat ihren Mann, bei dem sie auftanken kann und mit dem sie 2012 nicht nur zusammen leben, sondern auch wohnen will. In Velbert bei Wuppertal, wo er zurzeit als Jugendleiter beim CVJM arbeitet. Doch bis dahin möchte Lisa Hägerbäumer in Montabaur etwas Gutes anstoßen. „Ich glaube daran, dass die Jugendlichen eine ganze Menge bewegen können.“ (bon)

 

Sponsorenlauf für die Jugendleiterstelle

Die Evangelische Kirchengemeinde Montabaur und der Verein "Scheinwerfer" veranstalten einen Sponsorentag für die Montabaurer Jugendleiterstelle. Geplant sind Sponsorenläufe und -radtouren, bei denen jeder zurückgelegte Kilometer Geld für die Stelle einbringt. Wer teilnehmen möchte, kann am Sonntag, 4. September, ab 12 Uhr mitlaufen beziehungsweise -fahren, muss sich zuvor aber Sponsoren suchen, die die abgeleisteten Kilometer honorieren. Der Treffpunkt ist das Schwimmbad in Montabaur. Anmeldungen sind bis direkt vor dem Start möglich. Zur Wahl stehen zwei Rundkurse mit einer Länge von 7,2 und 2,2 Kilometern.
Der Erlös des Tages fließt in die Jugendleiterstelle, die ausschließlich aus Spenden finanziert wird und deren Träger der Verein „Scheinwerfer“ ist. Derzeit ist die Stelle mit Lisa Hägerbäumer besetzt – allerdings nur für ein Jahr. Wie es danach weitergeht, ist bislang noch offen. (bon)