Neunkirchener Johanneskirche wiedereröffnet |
Gemeinde feiert in voll besetzter Kirche Gottesdienst
Original-Bemalung wurde wieder hergestelltSchäden an Bodenfliesen, Wänden und Decke wurden beseitigt und elektrische Leitungen neu verlegt. Die auffälligste Veränderung ist aber die neue Ausmalung in den Originalfarben und -mustern des neobarocken Bauwerks. Die üppige Bemalung mit Ornamenten und Akanthuslaub war mit Hilfe von Fotos aus dem Landesdenkmalamt in Mainz rekonstruiert worden.
"Gott ist da, wo wir miteinander Kirche bilden"Pfarrer Hilmar Lenz forderte die zahlreich erschienene Gemeinde auf, das Gotteshaus nun von neuem mit Leben zu erfüllen, nachdem es so lange eine Baustelle war. Er zeigte den Gottesdienstbesuchern einige Relikte der entfernten Kirchenausstattung wie eine kaputte Bodenplatte, einen alten Handlauf und einen rostigen Nagel. Lenz führte aus, dass alle diese Dinge eine Funktion erfüllten und ebenso die Gemeindeglieder verschiedene Aufgaben in der Gemeinschaft haben. Ebenso wie Decke, Boden und Wände den Kirchenraum bildeten, so schafften Menschen den Raum für die Gemeinde. „Gott ist da, wo wir miteinander seine Kirche bilden“, sagte Pfarrer Lenz.
Viele Spender engagierten sich
Das Foto zeigt die Konfirmandengruppe, rechts im Bild Pfr. Hilmar Lenz |
Nach knapp sieben Monaten Renovierungszeit konnte die rund 2100 Mitglieder zählende Kirchengemeinde Neunkirchen erstmals wieder Gottesdienst in ihrer Johanneskirche feiern. Die historische Quersaalkirche war innen komplett saniert worden.
Im Anschluss an die Predigt dankte Pfarrer Lenz den zahlreichen Spendern der Restaurierung. Die Kosten lagen bei rund 225.000 Euro. Exemplarisch berichteten die Neunkirchener Konfirmanden, wie sie Geld für die Kirchensanierung erwirtschaftet haben. Einige hatten Waffeln bei Kirmes und Gemeindefest verkauft oder mit Bügeln und Rasenmähen Geld verdient. So waren mehrere Hundert Euro als Spende zusammen gekommen. Musikalisch untermalt wurde der Festgottesdienst von Dekanatskantor Christoph Rethmeier, der Dekanatsband und dem Neunkirchener Kirchenchor. Am Ende des Festgottesdienstes lud Pfarrer Lenz die Gottesdienstbesucher zu einem Empfang ins Dorfgemeinschaftshaus ein. (shg)