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Notfallseelsorge bittet Synode um Hilfe

Helfer stehen kurz vor personellem Kollaps

Die kritische Situation der Notfallseelsorge Rhein-Lahn und Westerwald (NFS) stand im Fokus der Herbstsynode des Evangelischen Dekanates Selters in Maxsain. Nachdem NFS-Leiterin Ulrike Braun-Steinebach (Foto links) noch einmal die Wichtigkeit der Hilfsorganisation unterstrichen hatte, ging sie auf die immense Belastung der ehrenamtlichen Helfer ein: Alleine in diesem Jahr mussten die elf Notfallseelsorger bislang fast 70 Einsätze bewältigen. Deshalb appellierte sie an die Synodalen, in ihren Gemeinden um Mitglieder zu werben oder sich selbst zu engagieren: „Ansonsten glaube ich nicht, dass wir das kommende Jahr durchstehen.“

Katholische Laien in die NFS

Einen kleinen Lichtblick verkündete sie aber dann doch: Künftig werden voraussichtlich auch katholische Laien die Möglichkeit haben, bei der Notfallseelsorge mitzuarbeiten. Bisher war das auf katholischer Seite nur ausgebildeten Seelsorgern möglich.
Somit gibt es künftig keine besonderen Voraussetzungen mehr für diesen Dienst am Nächsten: „Man sollte lediglich mobil, seelisch stabil und offen sein. Und man muss gut zuhören können“, erklärte NFS-Helferin Annette Kessler den Synodalen. Keine unüberwindbaren Hürden also für eine „Arbeit, die die Zukunft verändert“, wie es Ulrike Braun-Steinebach formulierte: „Wir wissen, dass die Erinnerung an Katastrophen die Möglichkeit der späteren Bewältigung maßgeblich beeinflusst. Viele Menschen  fühlen sich kurz nach solchen Erlebnissen sehr einsam. Doch wenn wir da sind, werden sie später nicht mehr sagen, dass sie alleine waren.“

Notwendig und unverzichtbar

Obwohl während der Synode noch keine konkreten Beschlüsse gefasst wurden, bezeichneten die Mitglieder die Notfallseelsorge als notwendig und unverzichtbar. Zudem kündigte Dekan Wolfgang Weik an, diejenigen Pfarrer, die sich in der NFS engagieren, künftig stärker zu entlasten: Sie sollen an ihren Bereitschaftswochenenden nicht noch zusätzliche Gottesdienste vorbereiten müssen, sondern vertreten werden.

Neues Leben für die Partnerschaft

Zu den weiteren Themen, mit denen sich die Mitglieder der Synode beschäftigten, gehörte die 1991 ins Leben gerufene Partnerschaft zum Mabira-Distrikt in Tansania. Nachdem der Austausch zwischen dem Dekanat Selters und dem afrikanischen Kirchenkreis in den vergangenen Jahren zu Stillstand gekommen war, soll er nun wiederbelebt werden. Ein erster Schritt war der Besuch einer afrikanischen Delegation in Selters vor einigen Wochen, bei dem beide Seiten ihren Wunsch nach intensiveren Beziehungen unterstrichen. Ein Wunsch, dem nun Taten folgen sollen: „Wir können nicht einfach aus dieser Partnerschaft aussteigen. Dafür verbindet uns eine zu lange Geschichte“, betonte Wolfgang Weik (Foto unten). Er warb dafür, dass auch dieses Thema in den Kirchengemeinden des Dekanates diskutiert wird, sodass bei der kommenden Frühjahrssynode ein Beschluss über die Zukunft der Partnerschaft gefasst werden kann.

Pröpstin stellt sich vor

Auch die neue Pröpstin der Propstei Nord-Nassau, Annegret Puttkammer (Foto unten), unterstrich die Wichtigkeit dieser Verbindung: „Unsere Landeskirche und ihr Engagement ist in den Köpfen der Menschen im Mabira-Distrikt derartig präsent, dass man die Beziehungen nicht  aufkündigen kann.“ Zuvor hatte sich Annegret Puttkammer den Synodalen vorgestellt und sprach nicht nur über ihren theologischen Werdegang, sondern auch über ihre Aufgaben als Pröpstin – visitieren, ordinieren und orientieren: Annegret Puttkammer wird also nicht nur Pfarrer ins Amt einführen und geistliche Begleiterin sein, sondern sie möchte sich auch regelmäßig ein Bild der Situation in den Gemeinden vor Ort verschaffen.

Dekanat ist schuldenfrei

Schließlich beschäftigten sich die Synodalen mit der Jahresrechnung 2010. Mit Einnahmen und Ausgaben von rund 514,572 Euro konnte die im Ansatz vorgesehene Summe um etwa 33.727 Euro unterschritten werden. Auch die restlichen Posten geben keinen Anlass zur Sorge: Das Dekanat ist derzeit schuldenfrei, und 9419 Euro flossen in die Rücklagen. „Der Haushalt ist somit solide und ausgeglichen“, betonte der Vorsitzende der Dekanatssynode, Michael Müller und bedankte sich für die „Haushaltsdisziplin der Mitarbeitenden im vergangenen Jahr“. Auch die Rechnungsprüfer und die Synodalen hatten am Jahresabschluss nichts mehr auszusetzen: Der Dekanatssynodalvorstand wurde ohne Gegenstimme entlastet. (bon)